29. AUGUST 2024


DIE WAHRHEIT ÜBER WINTERHUDE

Fiktives Stadtführungs-Entertainment mit Alexander Posch und Sven Amtsberg


20 UHR, Pavillion Winterhuder Kai, HAMBURG




Ursprünglich waren die Hamburger ein Nomadenvolk, das es gewohnt war, herumzuziehen, um so die für sie immer günstigsten klimatischen Verhältnisse abzugreifen. Der Hamburger, seltsam wie er nun einmal ist, zog dabei immer möglichst dorthin, wo es grau und nass und kalt war. »Ungemütlich« war das »hygge« des Hamburgers. Und Häuser, wie die sogenannte Winterhude, waren eine Erfindung des Hanseaten, mit der man zusätzlich noch die Ungemütlichkeit befeuerte. Huden, das waren Behausungen, deren Wände man durch Säulen ersetzte, durch die es dann enorm zog. Der Begriff »Hude« deutet es schon an, ist er doch ein Worthybrid aus den Worten Bude und Hechtsuppe. 


In die Dächer der Huden machte man Löcher, so dass es durch sie ständig reinregnete. Eine echte Hude war feucht und kalt. Deshalb waren diese auch noch an Wasserleitungen angeschlossen, so dass die Hamburger auch an trockenen Tagen für künstlichen Regen in den Huden sorgen konnten. 


So mochte es der Hamburger nicht nur, er brauchte es sogar. Sein Gemüt strahlte derart, dass es eine Art klimatisches Gegengewicht brauchte, das die ganze Euphorie und Fröhlichkeit, die er stets empfand, etwas im Zaum hielt. Denn der Hamburger verfügt von Natur aus über eine Art natürliches Glücksreservoir, das ihn bis dahin jubilierend und frohlockend durchs Leben hatte springen lassen. Seine Stimme überschlug sich oft vor Begeisterung, und die gute Laune war so anstrengend, dass manch einer ob des stark pochenden Herzens verendete. 


Früher lebte das Volk der Hamburger auf Ibiza und befeuert vom guten Wetter, schlug die Fröhlichkeit oft in Euphorie um, manchmal Hysterie. Schnappatmung, Ohnmachtsanfälle, Manie – es war kaum auszuhalten. Nur an grauen Tagen ging es, und so begann man schließlich dem schlechten Wetter hinterherzuziehen, bis man dann auf dem Gebiet des heutigen Hamburgs nahezu ideale klimatische Wetterbedingungen fand, die den Hamburger eben zu jenem ausgeglichenen Menschen machte, der er noch heute ist. Eine perfekte Mischung aus Missmut und Fröhlichkeit. Sehnt er sich heute noch nach ibizianischer Ausgelassenheit, trinkt der Hamburger ein Schnäpschen und beginnt zu schunkeln. Möchte er Ekstase, kocht er sich Labskaus. 





  Eintritt: 10 EUR. Kein Vorverkauf. Tickets am Abend der Veranstaltung direkt vor Ort. 


- Diese Veranstaltung wird von dem Bezirksamt Hamburg-Nord gefördert -